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Feng Shui und die Müdigkeit nach Ostern: Im Feng Shui, der Lehre, die sich u.a. dem Energiefluss im Haus widmet, heisst es, dass das Qi durch die Haustüre in die Wohnräume gelangt, so wie wir alle. Ein zugestellter, enger Eingangsbereich hemmt demnach ein freier Energiefluss. Nun da die Ostertage vorüber sind, wurde es heute wieder Zeit für Aufräumen und Putzen. Im Eingangsbereich sind doch einige Objekte aufgetaucht: 

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das Autopolster für den Hund, der überfüllte Eimer mit dem Recycling-Glas, Winterschuhe, die nicht mehr ins Gestell passen, da die Sommerschuhe aus dem Keller nachgerückt sind, die Garderobenhaken sind doppelt und dreifach behängt, aus dem selben Grund. Auf den Ablage-Tablaren tummeln sich Hunde-Gutzi und die Sonnencrème, ein Hammer, eine Wasserpistole und Lippenstifte... irgendjemand (?!) hat obendrauf noch die Post deponiert. Langsam aber sicher dämmert es mir: Daher die Müdigkeit! Nein, nicht der Frühling ist schuld und auch nicht der Osterbrunch mit den zahlreichen Gästen! Das Feng Shui des Eingangs ist verstopft! Im Nu wird alles aufgeräumt und geputzt! Nun kann ich wieder aufatmen: Das Qi ist fühlbar befreit! April 2019

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Über das Fühlen, das weibliche Qi Gong und Focusing: Wieso braucht es nun ein weibliches Qi Gong? Qi Gong ist doch eben die Pflege des Yin und des Yang!

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Diese Frage stelle ich mir, während ich hier an diesem heissen Sommertag in meinem Garten sitze. Eine Libelle kurvt um den kleinen Teich, die Schmetterlinge flattern im Lavendelbeet und meine Hündin hat sich in ihre Busch-Höhle verzogen. Wieso braucht es nun ein weibliches Qi Gong? Wer sich schon etwas auskennt, weiss, dass Yang für Tag, Hitze, Sonne, Helligkeit, Männlichkeit u.v.m. steht und Yin hingegen für die Nacht, den Mond, die Dunkelheit, die Weiblichkeit u. v.m.. Auf unserer Erde herrscht ein ständiges Kräfteringen zwischen den zwei Polen. Ja, es ist sogar so, dass Leben erst dank diesen Verschiedenheiten entstehen kann: in der Verschmelzung von männlich mit weiblich entsteht neues Leben. Wir Frauen tragen die Yin-Natur in uns. Wir Menschen nehmen also am Spiel der Gegensätze teil und auf Grund unserer angeborenen Geschlechtlichkeit gestalten wir unser Leben aus der Sicht einer Frau oder aus der Sicht eines Mannes. Soweit so gut… Wo liegt das Problem? Wir sind nicht nur Yin und auch nicht nur Yang. Jede heutige Frau weiss, sie steht auch ihren «inneren Mann»: Um den Alltag zu bewältigen, sind viele Yang-Qualitäten gefordert: Entscheidungen müssen getroffen werden, es braucht Planung, Zielstrebigkeit, und vieles mehr. Auch Männer haben Gelegenheit ihre «innere Frau» zu leben: sie werden vielleicht Vater oder Onkel, sie sollen teamfähig sein im Beruf, sie müssen mit Konflikten umgehen können u.v.m. Nun ist es natürlich sehr unterschiedlich, wieviel Raum dem Erleben des jeweiligen inneren Gegenpols gegeben wird. In der Busch-Höhle der kleinen Hündin herrscht wunderbare kühle, dunkle Yin-Energie, im Lavendelfeld an der prallen Sonne heizt sich das Yang der Sonne mit den duftenden Blüten auf. Die rastlose Libelle bewegt sich mit einem zackigen Yang-Muster um den Teich. Während auf der stillen Wasseroberfläche des Teiches ganz passiv die Umgebung gespiegelt wird, die Yin-Kraft. Ob wir uns nun gerne öfters ins Dunkle zurückziehen, uns einfühlen, Geduld und Fürsorge an den Tag legen oder uns am liebsten da zeigen, wo wir viel Aufmerksamkeit erhalten, wo wir ständig am Rennen und Erschaffen sind… Beides kann einseitig sein. Wir alle leben auch unsere Prägungen, z. Bsp. aus der Kindheit vorgelebte Muster, «ein Junge weint nicht» u.s.w.  Dazu kommt das kollektive Denken einer Zeit, dieses legt sich oftmals unbemerkt wie ein Mantel um unser Wesen. Zu matriarchalen Zeiten war der Alltag auf das Leben der Gemeinschaft ausgerichtet, das Leben verlief zyklisch, die sich wandelnden Jahreszeiten waren die Lebensgrundlage. Wo stehen wir heute? Das kollektive Bewusstsein ist in unserer westlichen Zivilisation auf einer Ebene angekommen, die es uns erlaubt, unser Leben selber zu gestalten. Damit meine ich nicht nur die grenzenlosen Möglichkeiten von Konsum. Vielmehr meine ich unsere Freiheit im Denken. Mit unseren Gedanken erschaffen wir unser Leben. Es steht uns frei, zu wählen, wohin wir unsere Gedankenkraft lenken. Was möchte ich in mein Leben rufen? Wovon wünsche ich mehr? Doch Vorsicht: Mentale Kraft ist Yang Energie. Sie kann uns antreiben, Illusionen erzeugen und in Oberflächlichkeit führen. Erst wenn wir das Fühlen dazu nehmen, das Yin, entsteht Tiefe und schliesslich Ganzheit. Es ist unser fühlendes Herz, das uns als weiser Kompass dient. Wir können damit unser Leben in harmonische und glückliche Gefilde lenken.
Um diesen Herzens-Kompass wieder in Betrieb zu nehmen braucht es manchmal etwas Übung: Qi Gong und Focusing machen es möglich, die Wahrnehmung wieder ganz zum Empfinden zu lenken und die eigene Wahrheit zu fühlen. Juli 2018

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